{"id":106383,"date":"2026-06-29T10:13:55","date_gmt":"2026-06-29T10:13:55","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/dichlormethan-2\/"},"modified":"2026-06-29T10:13:55","modified_gmt":"2026-06-29T10:13:55","slug":"dichlormethan-2","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/dichlormethan-2\/","title":{"rendered":"Dichlormethan"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u00c4ltere Daten (CAREX) aus dem Jahr 1990 belegen eine berufliche Exposition gegen\u00fcber Dichlormethan (auch bekannt als Methylenchlorid oder Chloroform) bei etwa 250.000 besch\u00e4ftigten Personen in der EU (15 Mitgliedstaaten). Die Verwendung von Dichlormethan wurde seitdem jedoch erheblich eingeschr\u00e4nkt (REACH-Verordnung, Trinkwasserrichtlinie). <\/p><\/blockquote>\n<p>Aktuelle Sch\u00e4tzungen zur berufsbedingten Exposition gegen\u00fcber Dichlormethan in der EU liegen nicht vor. Die Hauptaufnahmewege am Arbeitsplatz sind die Atemwege und die Haut. Dichlormethan ist gem\u00e4\u00df CLP als kanzerogen der Kategorie 2 eingestuft. Die IARC stuft den Stoff als kanzerogen der Gruppe 2A ein (wahrscheinlich krebserregend f\u00fcr den Menschen). Dichlormethan steht im Verdacht, Bauchspeicheldr\u00fcsen-, Lungen- und Leberkrebs zu verursachen.    <\/p>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Dichlormethan wird in erster Linie als Abbeizmittel, Entfettungsmittel, Treibmittel, K\u00e4ltemittel und Extraktionsl\u00f6sungsmittel verwendet. Es ist sehr fl\u00fcchtig, l\u00f6st viele organische Substanzen auf und wird daher auch als L\u00f6sungsmittel f\u00fcr Harze, Fette, Kunststoffe und Bitumen eingesetzt. Zudem dient es als Klebstoff f\u00fcr spezielle Anwendungen (Plexiglas, Polystyrol).  <\/p>\n<p>Dichlormethan ist sehr fl\u00fcchtig, was bedeutet, dass sich bei gro\u00dffl\u00e4chiger Anwendung schnell hohe Konzentrationen in der Luft ansammeln und eingeatmet werden k\u00f6nnen. Bei solchen gro\u00dffl\u00e4chigen Anwendungen, wie beispielsweise beim Entfetten oder Verkleben von (Kunststoff-)Oberfl\u00e4chen, k\u00f6nnen weiterhin hohe Dichlormethan-Konzentrationen in der Atemluft auftreten. Eine hohe Exposition ist bei besch\u00e4ftigten Arbeitnehmern m\u00f6glich, die Abbeizmittel verwenden (Bauwesen, Renovierung), sowie bei T\u00e4tigkeiten wie der Tankreinigung, Entfettung und Wartungsarbeiten in beengten R\u00e4umen. Expositionen mittlerer Intensit\u00e4t sind typisch in der chemischen Fertigung, der pharmazeutischen Produktion und bei der Herstellung von L\u00f6sungsmittelformulierungen, w\u00e4hrend Expositionen geringer Intensit\u00e4t in Analyse-, Forschungs- und Gesundheitslabors, bei Laborpersonal sowie in der pharmazeutischen Industrie (Extraktionsmittel) und bei der Behandlung von Kunststoffoberfl\u00e4chen mit Entfettungsmitteln und Klebstoffen zu erwarten sind.   <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Dichlormethan ist ein aliphatischer, ges\u00e4ttigter halogenierter Kohlenwasserstoff, der in seiner reinen Form eine farblose Fl\u00fcssigkeit mit einem chloroformartigen Geruch ist. Es hat einen niedrigen Siedepunkt von 40 \u00b0C und einen Dampfdruck von 470 hPa (bei 20 \u00b0C) und ist sehr fl\u00fcchtig. Bei der Verwendung von Produkten, die Dichlormethan enthalten, werden etwa 85 % des Stoffes in die Umwelt freigesetzt. Unter normalen Anwendungsbedingungen ist Dichlormethan nicht brennbar; in geschlossenen Beh\u00e4ltern kann jedoch Explosionsgefahr bestehen.   <\/p>\n<p>Aufgrund der Verwendungsbeschr\u00e4nkungen gem\u00e4\u00df der REACH-Verordnung d\u00fcrfen Abbeizmittel, die mehr als 0,1 Gewichtsprozent Dichlormethan enthalten, gewerblich nur von speziell geschultem Personal verwendet werden. Bei der Verbrennung von Dichlormethan kann gasf\u00f6rmiges, hochgiftiges Phosgen entstehen. <\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Wird der Stoff in fl\u00fcssiger Form aufgenommen, z. B. \u00fcber die Haut, wirkt er sich in erster Linie auf das zentrale Nervensystem aus und verursacht Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, \u00dcbelkeit, Taubheitsgef\u00fchle und Konzentrationsst\u00f6rungen. Im K\u00f6rper wird Dichlormethan in Kohlenmonoxid umgewandelt, was zu einer Kohlenmonoxidvergiftung f\u00fchrt. Zudem k\u00f6nnen Reizungen der Atemwege und der Augen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschw\u00e4che und M\u00fcdigkeit auftreten.  <\/p>\n<p>L\u00e4ngerer Hautkontakt f\u00fchrt zum Abbau von Fettgewebe und verursacht dadurch Hautausschl\u00e4ge und Juckreiz. Dichlormethan-D\u00e4mpfe sind schwerer als Luft und sammeln sich daher in Bodenn\u00e4he an. Das Einatmen der D\u00e4mpfe kann zu Sch\u00e4digungen des Sehnervs und der Leber (Hepatitis) f\u00fchren.  <\/p>\n<p>Die bedeutendste Auswirkung einer langfristigen Exposition ist die Kanzerogenit\u00e4t. Es besteht der Verdacht, dass Dichlormethan Krebserkrankungen der Bauchspeicheldr\u00fcse, der Lunge und der Leber verursachen kann. <\/p>\n<p><strong>Die Latenzzeiten bis zur Entstehung von Krebs nach einer Exposition gegen\u00fcber Dichlormethan k\u00f6nnen zwischen 20 und 30 Jahren liegen.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst sollten Sie pr\u00fcfen, ob Produkte, die Dichlormethan enthalten, durch weniger gef\u00e4hrliche oder ungef\u00e4hrliche Alternativen ersetzt werden k\u00f6nnen. Es gibt eine gro\u00dfe Auswahl an alternativen Produkten, insbesondere f\u00fcr den Einsatz als Treibmittel. Steht kein Ersatz zur Verf\u00fcgung, m\u00fcssen geeignete Gesundheits- und Sicherheitsma\u00dfnahmen getroffen werden, insbesondere bei gro\u00dftechnischen Anwendungen, um die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer zu sch\u00fctzen. D\u00e4mpfe m\u00fcssen an der Quelle oder in Bodenn\u00e4he mithilfe von Absaugsystemen aufgefangen und abgef\u00fchrt werden. Die Anzahl der exponierten Personen und die Dauer der Exposition m\u00fcssen auf ein Minimum beschr\u00e4nkt werden. Exponierte Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig und in verst\u00e4ndlicher Weise \u00fcber die Risiken von Dichlormethan und die Umsetzung von Schutzma\u00dfnahmen unterwiesen werden. Sind alle genannten Ma\u00dfnahmen ausgesch\u00f6pft, l\u00e4sst sich die Aufnahme von Dichlormethan in den K\u00f6rper durch den Einsatz geeigneter pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung (PSA) und Arbeitskleidung weiter reduzieren. PSA und Arbeitskleidung m\u00fcssen hygienisch gereinigt und gelagert werden k\u00f6nnen. Bei der Verwendung von Atemschutz und Handschuhen sind die Herstellerangaben hinsichtlich Eignung, Handhabung, Wartung, Reinigung und Durchbruchzeit zu beachten.        <\/p>\n<p><em>Quellen: OECD, ECHA; EU-OSHA, Gestis, Europ\u00e4ische Kommission, UBA.<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[1043],"class_list":["post-106383","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-dichlormethan"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Dichlormethan - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Be aware of what you work with! 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