{"id":22148,"date":"2023-08-29T10:09:12","date_gmt":"2023-08-29T10:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/hartholz-staub\/"},"modified":"2026-06-13T11:30:27","modified_gmt":"2026-06-13T11:30:27","slug":"hartholz-staub","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/hartholz-staub\/","title":{"rendered":"Hartholz-Staub"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Sch\u00e4tzungen zufolge sind etwa 3 Millionen besch\u00e4ftigte Personen in der EU Hartholz-Staub ausgesetzt. Eine l\u00e4ngere Exposition gegen\u00fcber Hartholz-Staub kann zu Krebserkrankungen in der Nase und den Nasennebenh\u00f6hlen f\u00fchren. Hartholz-Staub wird von der IARC als kanzerogenes Mittel der Gruppe 1 eingestuft, was bedeutet, dass er als eindeutige Ursache f\u00fcr Krebs beim Menschen gilt.  <\/p><\/blockquote>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Die h\u00f6chsten Expositionswerte treten in der Regel in Berufen auf, die mit der Herstellung von Holz und Holzprodukten sowie mit der Herstellung von M\u00f6beln in Verbindung stehen, wie beispielsweise Schleifer, Bediener der Presse in der Holzindustrie und Drehmaschinenbediener. Eine Exposition gegen\u00fcber Holzstaub kann jedoch bei allen Arbeitsschritten und Prozessen auftreten, die den Lebenszyklus von Holzprodukten ausmachen, vom F\u00e4llen \u00fcber die Montage bis hin zur Endbearbeitung. Beispiele f\u00fcr solche Expositionen finden sich im Bau von Geb\u00e4uden, im Hoch- und Schiffbau, in der Forstwirtschaft sowie in der Tischlerei.  <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Hartholz-Staub entsteht, wenn Maschinen oder Werkzeuge zum Schneiden oder Bearbeiten von Hartholz eingesetzt werden. Gro\u00dfe Mengen an Holzstaub fallen beispielsweise in S\u00e4gewerken an. Gr\u00f6\u00dfere Staubpartikel verbleiben in der Nase und den Nasenwegen und k\u00f6nnen Nasenkrebs verursachen. Kleinere Partikel k\u00f6nnen tiefer in die Lunge eindringen und dort Asthma, Alveolitis und andere Lungenerkrankungen ausl\u00f6sen. Dieser sehr feine Staub entsteht haupts\u00e4chlich beim Schleifen oder Schneiden und ist am gef\u00e4hrlichsten. Staub verbreitet sich zudem weiter vom Schneidvorgang entfernt. Die Menge und Art des freigesetzten Holzstaubs h\u00e4ngt von der zu bearbeitenden Holzart, der verwendeten Maschine und den getroffenen Risikomanagementma\u00dfnahmen ab.      <\/p>\n<p>Es gilt ein EU-weit verbindlicher Arbeitsplatzgrenzwert von 2 mg\/m\u00b3 (TWA).<\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Wenn besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer Holzstaub einatmen, lagert sich dieser in Nase, Rachen und anderen Atemwegen ab. Die Exposition gegen\u00fcber Holzstaub kann Atemwegserkrankungen, Augenreizungen, Hauterkrankungen und bei l\u00e4ngerer Exposition Krebs verursachen. Ein zus\u00e4tzliches Risiko bei der Holzverarbeitung besteht darin, dass Holzgegenst\u00e4nde andere gef\u00e4hrliche Stoffe enthalten k\u00f6nnen. Bei der Herstellung der meisten Platten werden beispielsweise formaldehydhaltige Harze verwendet. Die gleichzeitige Exposition gegen\u00fcber Hartholz-Staub und Formaldehyd erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Nasen-Rachen-Krebs.    <\/p>\n<p><strong>Die Latenzzeit zwischen der Exposition und der Entstehung von durch Holzstaub bedingtem Nasenkrebs wird auf mindestens 20 Jahre gesch\u00e4tzt.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Die Exposition l\u00e4sst sich durch eine bewusste Auswahl der Holzarten, der Arbeitsmittel und der Arbeitstechniken verringern. Lokale Absauganlagen sollten regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden. Idealerweise sollten Holzbearbeitungsmaschinen mit integrierten Absaugsystemen eingesetzt werden. F\u00fcr die Maschinen sollte zudem ein vorbeugendes Wartungsprogramm vorgesehen werden, um einen ordnungsgem\u00e4\u00dfen Betrieb w\u00e4hrend der gesamten Lebensdauer der Anlage sicherzustellen. F\u00fchren Sie regelm\u00e4\u00dfig ordnungsgem\u00e4\u00dfe Expositionsmessungen durch, damit bekannt ist, wann und wo Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Untersuchen Sie, ob besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer Atemwegsbeschwerden melden, und ziehen Sie einen Arbeitsmediziner hinzu. Die beste L\u00f6sung besteht darin, die Exposition durch konstruktive und technische \u00c4nderungen zu kontrollieren, beispielsweise durch die Installation eines Absaug- und Bel\u00fcftungssystems mit Absaugvorrichtungen an den Stellen, an denen Staub entsteht.      <\/p>\n<p>Die Hygiene am Arbeitsplatz, wie beispielsweise das Entfernen von Staub von Tischen und B\u00f6den, ist wichtig und stellt eine entscheidende organisatorische Ma\u00dfnahme dar. Das Entfernen von Staub sollte so erfolgen, dass eine Exposition gegen\u00fcber Staub sowie dessen Ausbreitung verhindert werden. Dazu sollten Industriestaubsauger mit HEPA-Filtern verwendet und das Trockenkehren sowie der Einsatz von Druckluft stets vermieden werden. <\/p>\n<p>Machen Sie die Besch\u00e4ftigten kontinuierlich auf die Auswirkungen der Exposition aufmerksam. Schulen Sie die Besch\u00e4ftigten dar\u00fcber hinaus in Bezug auf Gefahren, sichere Arbeitspraktiken und wirksame Hygienema\u00dfnahmen. Pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung, wie beispielsweise Atemschutzmasken, stellt eine kurzfristige L\u00f6sung zur Verringerung der Exposition dar und sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden.  <\/p>\n<p><em>Quellen: IARC<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[281],"class_list":["post-22148","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-hartholz-staub"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.8 (Yoast SEO v27.8) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Hartholz-Staub - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Eine l\u00e4ngere Exposition gegen\u00fcber Hartholz-Staub kann zu Krebserkrankungen in der Nase und den Nasennebenh\u00f6hlen f\u00fchren. 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