{"id":49944,"date":"2025-03-18T07:29:25","date_gmt":"2025-03-18T07:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/oximes\/"},"modified":"2026-06-13T11:26:51","modified_gmt":"2026-06-13T11:26:51","slug":"oximes","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/oximes\/","title":{"rendered":"Oxime"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Sch\u00e4tzungen zufolge sind bis zu 700.000 besch\u00e4ftigte Personen in der EU Oximen ausgesetzt. Oxime werden in Fl\u00fcssiglacken und Beschichtungen (wo sie als Antihautmittel wirken) sowie in bestimmten Arten von Dichtstoffen auf Silanbasis verwendet. Da sie fl\u00fcchtig sind, erfolgt die Exposition haupts\u00e4chlich \u00fcber die Atemwege.  <\/p><\/blockquote>\n<p>Oxime bezeichnen eine Stoffgruppe. Die Oxime Methylethylketoxim oder 2-Butanonoxim (MEKO) und Acetonoxim, die in Farben, Lacken und Dichtstoffen verwendet werden, sind gem\u00e4\u00df der CLP-Verordnung als kanzerogene Stoffe der Kategorie 1B eingestuft. MEKO ist dar\u00fcber hinaus hinsichtlich der spezifischen Zielorgan-Toxizit\u00e4t mit Auswirkungen auf die oberen Atemwege (STOT SE 1, H370) und das Blutsystem (STOT RE 2, H373) bei l\u00e4ngerer oder wiederholter Exposition eingestuft. \u00c4hnliche Auswirkungen auf das Blutsystem wurden f\u00fcr Aceton-Oxim und andere Oxime beobachtet.   <\/p>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Eine berufliche Exposition tritt vor allem w\u00e4hrend der Auftragsphase von fl\u00fcssigen Farben und Lacken auf, wenn die L\u00f6sungsmittel verdampfen. In der Regel erfolgt der Auftrag von Farben und Lacken im Sichtfeld des besch\u00e4ftigten Arbeitnehmers, das sich im Atembereich befindet, sodass die Exposition gegen\u00fcber D\u00e4mpfen hoch ist. Bei oximfreisetzenden Silanen werden Oxime w\u00e4hrend der Aush\u00e4rtungsphase kontinuierlich freigesetzt, bis die Dichtstoffe vollst\u00e4ndig ausgeh\u00e4rtet sind. Hohe Expositionen sind im Maler- und Lackierbereich sowie beim Spritzlackieren und Lackieren von Kraftfahrzeugen zu erwarten. Folglich sind Maler, Kfz-Lackierer (beim Lackieren), aber auch Klempner und Installateure bei der Verwendung von Oxime freisetzenden Dichtstoffen den h\u00f6chsten Expositionsrisiken ausgesetzt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auch andere Berufsgruppen einem Risiko ausgesetzt sein, wenn sie Arbeitsbereiche betreten, in denen zuvor oximhaltige Produkte verwendet wurden und diese noch verdampfen.     <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Oxime sind farblose, fl\u00fcchtige Fl\u00fcssigkeiten mit einem aromatischen Geruch. Die am h\u00e4ufigsten verwendeten Oxime sind 2-Butanon-Oxime (MEKO), Aceton-Oxime, 2-Pentanon-Oxime (MPKO) und 4-Methylpentanon-Oxime (MIBKO). Sie werden jedoch fast nie in reiner Form verwendet, sondern in geringen Konzentrationen (in der Regel &lt; 1 %) als Antihautmittel in (meist alkylhaltigen) Farben und Lacken oder in gebundener Form in Oxime-Freisetzenden Silan-Dichtstoffen.  <\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Bislang liegen keine epidemiologischen Daten zum Menschen bez\u00fcglich der toxikologischen Wirkungen von Oximen vor. In Tierversuchen sind nach oraler oder inhalativer Exposition gegen\u00fcber Oximen die Leber, die Milz und das Blutsystem die wichtigsten Zielorgane. Zudem wurden bei MEKO vor\u00fcbergehende narkotische Wirkungen und Hautreizungen beobachtet. Es ist zu beachten, dass nach dermaler Exposition gegen\u00fcber MEKO allergische Hautreaktionen m\u00f6glich sind. Bislang sind nur MEKO und Aceton-Oxime als Carc. 1B (vermutlich kanzerogen f\u00fcr den Menschen) harmonisiert. F\u00fcr MPKO, MIBKO und Cyclohexanonoxim, die als alternative Oxime f\u00fcr MEKO und Aceton-Oxim verwendet werden, liegen bislang keine entsprechenden Daten vor, die eine CLH-Einstufung als kanzerogen rechtfertigen w\u00fcrden. Nach Inhalation von MEKO entwickelten Tiere Leberkrebs, und der enzymatische Stoffwechselweg kann auch beim Menschen angenommen werden.       <\/p>\n<p><strong>Derzeit gibt es keine Beweise f\u00fcr Leberkrebs beim Menschen, der auf MEKO-Exposition und einer m\u00f6glichen Latenzzeit beruht.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Der wirksamste Weg, um eine Exposition und potenziellen Leberkrebs zu verhindern, ist die Substitution durch sicherere, oximfreie Alternativen. F\u00fcr Oxime in Farben und Lacken k\u00f6nnten alternative Farbsysteme eine Option sein, wie beispielsweise Farben auf Wasserbasis sowie Acryl- oder Polyurethan(PU)-Systeme. Alternative Antihautmittel f\u00fcr l\u00f6sungsmittelhaltige Farben sind auf dem Markt erh\u00e4ltlich und enthalten Aminverbindungen. F\u00fcr Silikondichtstoffe stehen oximfreie Alternativen in Form von Acetoxy-, Benzamid-, Amin-, Alkoxy- und Lactatestersystemen zur Verf\u00fcgung. Silikondichtstoffe mit alternativen Grundstoffen (z. B. Polyurethan oder Silane Terminated Polymer (STP)) sind ebenfalls einsetzbar. Wo ein Ersatz von Oximen nicht m\u00f6glich ist und die Verwendung von Oximen nicht vermieden werden kann, m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen zur Verringerung der Exposition ergriffen werden. Der wirksamste Weg, eine Exposition zu vermeiden, ist die Entwicklung und der Einsatz geschlossener Systeme. Ist dies nicht m\u00f6glich, sollten technische Ma\u00dfnahmen wie eine wirksame lokale Absaugung oder eine gute Bel\u00fcftung des Arbeitsplatzes sowie die \u00dcberpr\u00fcfung ihrer Wirksamkeit umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Exposition gegen\u00fcber D\u00e4mpfen mit Oximen aus Farben oder Dichtstoffen so weit wie technisch m\u00f6glich minimiert wird.<br \/>\nF\u00fchren Sie regelm\u00e4\u00dfige Expositionsbewertungen durch, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob Ihre getroffenen Schutzma\u00dfnahmen wirksam sind oder ob weitere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer m\u00fcssen sich der potenziellen Auswirkungen einer Exposition bewusst sein und sollten regelm\u00e4\u00dfig in den Kontrollma\u00dfnahmen geschult werden, die f\u00fcr ein sicheres Arbeiten mit Oximen erforderlich sind, um eine Exposition zu verhindern. Sie sollten dazu angehalten werden, fr\u00fche Symptome wie Schwindel, Hautreizungen und Hautallergien zu melden. Die Einbeziehung eines Arbeitsmediziners wird empfohlen. Dar\u00fcber hinaus sollten die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer in wirksamen Hygienema\u00dfnahmen geschult werden.           <\/p>\n<p>Stellen Sie sicher, dass die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer \u00fcber angemessene Ausr\u00fcstung f\u00fcr den Pers\u00f6nlichen schutz verf\u00fcgen, wie z. B. Schutzkleidung und Handschuhe, falls erforderlich. Pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung (PSA) sollte nur als letztes Mittel und nur vor\u00fcbergehend eingesetzt werden, nachdem alle m\u00f6glichen technischen L\u00f6sungen ausgesch\u00f6pft wurden. Wenn wiederverwendbare PSA verwendet wird, achten Sie darauf, dass diese in der vorgesehenen Weise (Atemschutzger\u00e4te zuletzt) abgelegt, regelm\u00e4\u00dfig gereinigt und so gelagert wird, dass eine Kontamination verhindert wird.  <\/p>\n<p><em>Quellenangaben: BAuA, CLP, BG BAU<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[2461],"class_list":["post-49944","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-oxime"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Oxime - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Sch\u00e4tzungen zufolge sind bis zu 700.000 besch\u00e4ftigte Personen in der EU Oximen ausgesetzt. 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