{"id":5968,"date":"2023-08-29T10:09:26","date_gmt":"2023-08-29T10:09:26","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/isopren\/"},"modified":"2026-06-13T11:27:45","modified_gmt":"2026-06-13T11:27:45","slug":"isopren","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/isopren\/","title":{"rendered":"Isopren"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnten 10.539 besch\u00e4ftigte Personen in der EU Isopren ausgesetzt sein. An Arbeitspl\u00e4tzen, an denen Isopren hergestellt oder verwendet wird, kann eine Exposition in erster Linie durch Einatmen von D\u00e4mpfen und durch Hautkontakt erfolgen, wobei die Aufnahme \u00fcber die Haut als vernachl\u00e4ssigbar gilt. Gem\u00e4\u00df CLP ist Isopren als kanzerogenes Substanz der Kategorie 1B eingestuft (H350: Kann Krebs verursachen). Eine chronische und hohe Exposition kann als Hauptwirkung zu Leberkrebs f\u00fchren, aber auch zu An\u00e4mie, Degeneration des Riechepithels (des Gewebes in der Nasenh\u00f6hle, das an der Geruchswahrnehmung beteiligt ist) und Degeneration der wei\u00dfen Substanz des R\u00fcckenmarks.   <\/p><\/blockquote>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Isopren wird als Monomer bei der Herstellung und Verarbeitung von Polymeren verwendet. Dar\u00fcber hinaus dient es als Zwischenprodukt bei der Synthese chemischer Substanzen. Eine Exposition kann auch bei der Herstellung von Isopren oder bei dessen Verwendung als nachhaltiger Flugkraftstoff auftreten. Besch\u00e4ftigte in den Bereichen der Herstellung von chemischen Erzeugnissen sowie der Kunststoff- und Gummiindustrie sind einem Expositionsrisiko ausgesetzt.   <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Isopren ist eine farblose, brennbare Fl\u00fcssigkeit mit einem milden Geruch. Es hat einen niedrigen Siedepunkt von nur 34 \u00b0C und somit bereits bei 21,1 \u00b0C einen extrem hohen Dampfdruck von 634 hPa. Das bedeutet, dass es bei Raumtemperatur schnell verdunstet. Die freigesetzten D\u00e4mpfe k\u00f6nnen eingeatmet werden oder eine explosionsf\u00e4hige Atmosph\u00e4re bilden. Isopren ist ein Metabolit, der in vielen Pflanzen, Tieren und Menschen nat\u00fcrlich vorkommt. Isopren wird von vielen Baumarten in gro\u00dfen Mengen abgegeben (baut sich jedoch schnell ab, sodass die Konzentrationen in der Umwelt gering sind) und ist auch in der menschlichen Atemluft nachweisbar. Isopren selbst ist nicht genotoxisch, wird jedoch leicht zu einem genotoxischen Mono- und Diepoxid metabolisiert, vorwiegend in der Leber. Isoprenpolymere sind der Hauptbestandteil von Naturkautschuk. Die g\u00e4ngigsten Produkte aus Isopren sind Reifen.        <\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Das h\u00f6chste Potenzial f\u00fcr eine berufsbedingte Exposition gegen\u00fcber Isopren besteht in der Einatmung von D\u00e4mpfen. Eine einmalige oder kurzzeitige Exposition gegen\u00fcber Isopren kann zu einer Reizung von Nase, Rachen und Lunge sowie zu Kopfschmerzen oder Schwindelgef\u00fchl f\u00fchren. W\u00e4hrend die akute Toxizit\u00e4t gering ist (d.h. es ist sehr unwahrscheinlich, dass man an einer einzigen kurzfristigen Exposition stirbt), wird eine langfristige oder wiederholte Exposition gegen\u00fcber Isopren mit Leberkrebs, Degeneration des Riechepithels und Degeneration der wei\u00dfen Substanz des R\u00fcckenmarks in Verbindung gebracht.  <\/p>\n<p><strong>  Bei Leberkrebs wird die Latenzzeit auf 18 Jahre gesch\u00e4tzt.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Der wirksamste Weg, die Exposition zu verhindern, ist die Substitution von Isopren durch sicherere Alternativen. Wenn die Substitution von Isopren nicht m\u00f6glich ist und die Verwendung von Isopren nicht vermieden werden kann, m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung der Exposition ergriffen werden. Im Sektor der Herstellung von Mineral\u00f6lprodukten, der f\u00fcr die Produktion und nicht f\u00fcr die Verwendung von Isopren verantwortlich ist, ist die Substitution nicht anwendbar. Die Verwendung anderer Monomere in der Gummiindustrie k\u00f6nnte jedoch eine Option sein. Der zweitwirksamste Weg, die Exposition gegen\u00fcber Isopren zu vermeiden, ist die Entwicklung und Verwendung geschlossener Systeme. Geschlossene Systeme sind in allen Produktionsprozessen \u00fcblich, sowohl bei der Raffination als auch bei der Polymerisation von Isopren.     <\/p>\n<p>Ist eine Substitution oder ein geschlossener Prozess nicht m\u00f6glich, sollten technische Ma\u00dfnahmen wie eine wirksame lokale Absaugung oder eine gute Bel\u00fcftung des Arbeitsplatzes sowie die \u00dcberpr\u00fcfung ihrer Wirksamkeit umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Exposition so weit wie technisch m\u00f6glich minimiert wird. Isopren wird h\u00e4ufig in Druckkabinen verarbeitet, die die Verdunstung sehr wirksam reduzieren. <\/p>\n<p>F\u00fchren Sie regelm\u00e4\u00dfige Expositionsbeurteilungen durch, um zu pr\u00fcfen, ob Ihre bestehenden Schutzma\u00dfnahmen wirksam sind oder ob weitere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen sich der Auswirkungen der Exposition bewusst sein und sollten regelm\u00e4\u00dfig in den Kontrollma\u00dfnahmen geschult werden, die f\u00fcr eine sichere Arbeit mit Isopren erforderlich sind, um eine Exposition zu vermeiden. Sie sollten ermutigt werden, Symptome wie Reizungen der Nase, des Rachens und der Lunge (z.B. Husten und Keuchen), Kopfschmerzen oder Schwindelgef\u00fchl zu melden, da dies Warnzeichen daf\u00fcr sein k\u00f6nnen, dass die getroffenen Ma\u00dfnahmen nicht ausreichen. Es wird empfohlen, einen Arbeitsmediziner einzuschalten.   <\/p>\n<p>Schulen Sie die besch\u00e4ftigten Mitarbeiter zudem in wirksamen Hygienema\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Stellen Sie sicher, dass die besch\u00e4ftigten Mitarbeiter \u00fcber eine angemessene pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung (PSA) verf\u00fcgen, wie z. B. Schutzkleidung und Handschuhe, falls erforderlich. Wenn wiederverwendbare PSA verwendet wird, achten Sie darauf, dass diese gereinigt oder, falls erforderlich, ausgetauscht und an einem sauberen Ort aufbewahrt wird. Bei Isopren sind h\u00e4ufig Atemschutzger\u00e4te (RSG) sowie Schutzhandschuhe und Schutzbrillen erforderlich. Falls Atemschutzger\u00e4te notwendig sind, stellen Sie sicher, dass das Atmen keine zus\u00e4tzliche k\u00f6rperliche Belastung darstellt. Pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung sollte nur als letztes Mittel und nur vor\u00fcbergehend in Betracht gezogen werden, nachdem alle m\u00f6glichen technischen L\u00f6sungen ausgesch\u00f6pft wurden.    <\/p>\n<p><em>Referenzen: ECHA, RAC, DG EMPL<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[1142],"class_list":["post-5968","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-isopren"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Isopren - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Sch\u00e4tzungen zufolge sind in der EU m\u00f6glicherweise 10.539 besch\u00e4ftigte Personen Isopren ausgesetzt. 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