{"id":5974,"date":"2024-01-04T09:21:22","date_gmt":"2024-01-04T09:21:22","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/44-methylen-bis2-chloranilinie\/"},"modified":"2026-06-13T11:27:32","modified_gmt":"2026-06-13T11:27:32","slug":"44-methylen-bis2-chloranilinie","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/44-methylen-bis2-chloranilinie\/","title":{"rendered":"4,4-Methylen-bis (2-Chloranilinie) (MOCA)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Sch\u00e4tzungen aus dem Jahr 2017 gingen davon aus, dass EU-weit potenziell 2.500 besch\u00e4ftigte Personen MOCA (Methylenbis[2-chloranilin]) ausgesetzt waren. Da sich die Pflichten zur Zulassung des Stoffes gem\u00e4\u00df der REACH-Verordnung ge\u00e4ndert haben, ist davon auszugehen, dass die Verwendungen noch weiter zur\u00fcckgegangen sind (Antr\u00e4ge zeigen &lt; 100 besch\u00e4ftigte Personen). Eine Exposition gegen\u00fcber MOCA erfolgt haupts\u00e4chlich durch Hautabsorption des Stoffes. Der Stoff ist gem\u00e4\u00df der CLP-Verordnung harmonisiert als Carc. 1B (Stoffe, bei denen vor allem aufgrund von Tierversuchen ein kanzerogenes Potenzial f\u00fcr den Menschen vermutet wird) eingestuft.    <\/p><\/blockquote>\n<p>Das wahrscheinliche Ziel der Kanzerogenit\u00e4t beim Menschen ist das Urothel der Blase, was zu Blasenkrebs f\u00fchrt.<\/p>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Der Hauptbereich, in dem eine Exposition auftritt, ist die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungspolyurethanprodukten, z. B. hei\u00dfgegossene Polyurethanprodukte, Hochleistungspolyurethane speziell f\u00fcr Schwerlastrollen, Spannpolster und Federbl\u00f6cke sowie f\u00fcr ma\u00dfgefertigte Rollen. Zu den T\u00e4tigkeiten mit hohem Risiko einer MOCA-Exposition geh\u00f6ren das Abwiegen von MOCA-Granulat, das Schmelzen von MOCA, das Dosieren von geschmolzenem MOCA und das Mischen von geschmolzenem MOCA mit Prepolymer. In der Region Asien-Pazifik wird es zudem als H\u00e4rtungsmittel bei Dacharbeiten und zur Holzversiegelung eingesetzt.  <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Obwohl reines MOCA ein farbloser kristalliner Feststoff ist, sind die am h\u00e4ufigsten verwendeten Formen (Industriequalit\u00e4t) br\u00e4unlich gef\u00e4rbte Pellets oder Flocken. Es hat einen schwachen Amingeruch, eine sehr geringe L\u00f6slichkeit in Wasser und kann beim Erhitzen explodieren. <\/p>\n<p>Es gilt ein EU-weit verbindlicher Arbeitsplatzgrenzwert von 0,01 mg\/m\u00b3.<\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Aufgrund seiner Handhabung wird MOCA sowohl \u00fcber die Haut als auch \u00fcber die Atemwege aufgenommen. Die Absorption \u00fcber die Haut ist aufgrund der Lipophilie von MOCA, der relativ kleinen Molek\u00fclgr\u00f6\u00dfe und des Vorhandenseins von reaktiven Amingruppen m\u00f6glich. Die h\u00f6chsten Konzentrationen werden in der Leber gemessen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der absorbierten Substanz wird innerhalb weniger Tage mit dem Urin und den F\u00e4kalien ausgeschieden.   <\/p>\n<p>Akute hohe und unbeabsichtigte Expositionen k\u00f6nnen zu Reizungen und einem Brennen auf der Haut und in den Augen, \u00dcbelkeit sowie zu Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und die Nieren f\u00fchren. Die EU hat f\u00fcr MOCA zudem eine \u201eHautkennzeichnung\u201c festgelegt, die darauf hinweist, dass dermaler Kontakt erheblich zur Gesamtexposition beitragen kann. <\/p>\n<p>Chronische Exposition gegen\u00fcber MOCA kann Blasenkrebs verursachen.  <strong>Die Latenzzeit zwischen der Exposition und dem Auftreten von MOCA-bedingtem Blasenkrebs betr\u00e4gt im Durchschnitt 11,5 Jahre und kann bis zu 45 Jahre betragen.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Eine Substitution sollte bei Anwendungen in Betracht gezogen werden, wo dies m\u00f6glich ist. Wenn keine Alternativen verf\u00fcgbar sind oder MOCA als Nebenprodukt auftreten kann, f\u00fchren Sie eine regelm\u00e4\u00dfige Expositionsbewertung durch, damit Sie wissen, wann Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Einsatz von MOCA bei der Polyurethanherstellung sollten strenge Auflagen gelten. Insbesondere ist eine gute allgemeine Ordnung und Sauberkeit an allen Standorten erforderlich, und die Besch\u00e4ftigten sollten Verantwortung f\u00fcr ihren eigenen Arbeitsbereich \u00fcbernehmen und B\u00f6den usw. reinigen. Der Zugang zu Bereichen, in denen MOCA verwendet wird, ist auf befugtes Personal zu beschr\u00e4nken, und es sind Sicherheitsschilder anzubringen, um die Besch\u00e4ftigten daran zu erinnern, welche PSA sie tragen m\u00fcssen. MOCA ist in separaten Lagern zu lagern, die nur f\u00fcr befugtes Personal zug\u00e4nglich sind. Die Verwendung von PSA (pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung) ist im halbindustriellen Bereich und beim Maschinenguss verbindlich vorzuschreiben.    <\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen sich der Auswirkungen einer Exposition bewusst sein und sollten regelm\u00e4\u00dfig in den Kontrollma\u00dfnahmen geschult werden, die f\u00fcr eine sichere Arbeit mit MOCA erforderlich sind, um eine Exposition zu vermeiden. Sie sollten dazu angehalten werden, fr\u00fche Symptome wie Brennen auf der Haut und in den Augen zu melden. Es wird daher empfohlen, einen Arbeitsmediziner hinzuzuziehen.  <\/p>\n<p>Das Biomonitoring ist derzeit die beste Methode zur Absch\u00e4tzung der Gesamtexposition gegen\u00fcber MOCA am Arbeitsplatz. Wenn ein Biomonitoring durchgef\u00fchrt wird, sollte die Probenahme nach der Schicht am Ende der Arbeitswoche erfolgen. <\/p>\n<p>Das Biomonitoring sollte auch durch die \u00dcberwachung der Luft und ggf. durch Messungen der Haut- und Oberfl\u00e4chenkontamination erg\u00e4nzt werden, um die Expositionsquellen zu kontrollieren.<\/p>\n<p>Stellen Sie sicher, dass die besch\u00e4ftigten Mitarbeiter \u00fcber angemessene pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung verf\u00fcgen, wie z. B. Schutzanz\u00fcge, Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Kopfbedeckungen, Schutzbrillen mit direkter Bel\u00fcftung und Atemschutzmasken, falls erforderlich.<\/p>\n<p><em>Referenzen: RAC, IARC, ATSDR, AGS, NIOSH, COM<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[1147],"class_list":["post-5974","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-44-methylen-bis-2-chloranilinie-moca"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>4,4-Methylen-bis (2-Chloranilinie) (MOCA) - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Die Exposition gegen\u00fcber MOCA erfolgt haupts\u00e4chlich \u00fcber die Haut. 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