{"id":5987,"date":"2023-08-29T10:09:24","date_gmt":"2023-08-29T10:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/kobalt\/"},"modified":"2026-06-13T11:28:02","modified_gmt":"2026-06-13T11:28:02","slug":"kobalt","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/kobalt\/","title":{"rendered":"Kobalt Verbindungen"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In der Europ\u00e4ischen Union sind etwa 80.000 besch\u00e4ftigte Personen potenziell Kobalt und Kobalt Verbindungen ausgesetzt. Der prim\u00e4re berufliche Expositionsweg f\u00fcr Kobalt ist das Einatmen von Kobaltpartikeln. Die Exposition gegen\u00fcber Kobalt wird mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Lungen- und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Kobaltmetall und mehrere Verbindungen sind gem\u00e4\u00df CLP einheitlich als kanzerogen der Kategorie 1B eingestuft, was bedeutet, dass sie beim Menschen wahrscheinlich Krebs verursachen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen nach Exposition gegen\u00fcber Kobaltmetall oder Kobalt Verbindungen allergische Hautreaktionen oder allergisches Asthma auftreten. Es wird zudem beschrieben, dass Kobalt und viele Kobalt Verbindungen die Fruchtbarkeit des ungeborenen Kindes beeintr\u00e4chtigen.     <\/p><\/blockquote>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>Kobalt kommt in verschiedenen Anwendungen und Produkten vor, z. B. in Magneten und Katalysatoren. Urspr\u00fcnglich wurden Kobalt Verbindungen aufgrund ihrer kr\u00e4ftigen blauen F\u00e4rbung industriell als hitzebest\u00e4ndige Pigmente und Farbstoffe hergestellt. Heute wird Kobalt aufgrund seiner Temperaturbest\u00e4ndigkeit haupts\u00e4chlich als Superlegierung sowie als Bestandteil von Kathodenmaterial f\u00fcr wiederaufladbare Batterien verwendet. Bei der Herstellung und Verwendung von Hartmetall- und Diamantschneidwerkzeugen wird Kobalt als Bindemittel eingesetzt. Eine Exposition kann in Form von Staub und Partikeln beim Schwei\u00dfen, Galvanisieren oder bei Oberfl\u00e4chenbehandlungen wie der Passivierung auftreten. Das Recycling von Batterien, die Herstellung von Hartmetall- und kobalthaltigen Werkzeugen sowie der Umgang mit kobalthaltigen Pulvern sind weitere Expositionswege. Die Verwendung von Kobalt und seinen Verbindungen ist weit verbreitet. Relevante Arbeitsbereiche sind die Batterieindustrie, die Metallindustrie, die chemische Industrie, die Raffinerieindustrie, die Pigmentherstellung sowie die Textil-, Leder-, Holz- und Papierindustrie. Anwendungsbereiche finden sich unter anderem in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsindustrie.        <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Kobalt ist ein nat\u00fcrlich vorkommendes, geruchloses, stahlgraues, gl\u00e4nzendes und hartes Schwermetall. Es gibt verschiedene Kobalt-Salze mit unterschiedlicher L\u00f6slichkeit, die industriell von Bedeutung sind, z. B. Kobaltsulfat, Kobalttinitrat, Kobaltcarbonat oder Kobaltdiacetat. Zudem erh\u00f6ht Kobalt die Verschlei\u00dffestigkeit, H\u00e4rte und mechanische Festigkeit, z. B. bei Schneidwerkzeugen. Es wird zusammen mit Wolframkarbid als Bindemittel bei der Hartmetallherstellung verwendet. Kobalthaltige Katalysatoren werden f\u00fcr die Herstellung sauberer Kraftstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt ben\u00f6tigt. Im Korrosionsschutz wird Kobalt f\u00fcr Werkstoffe in warmen oder hei\u00dfen Umgebungen eingesetzt, z. B. in Motorr\u00e4umen, Bremsen und elektrischen Bauteilen im Wohnbereich.       <\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Risiko einer berufsbedingten Exposition gegen\u00fcber Kobalt und Kobalt Verbindungen besteht durch das Einatmen von Partikeln in der Luft. Zudem besteht das Risiko einer dermalen oder oralen Exposition gegen\u00fcber Kobalt durch Hand-zu-Mund-Kontakt. Die Exposition gegen\u00fcber hohen Konzentrationen von Kobaltpartikeln in der Luft, die bei der Hartmetallherstellung oder beim Diamantpolieren entstehen, kann zu akuten Atemwegsproblemen und sogar zu einer Pneumonitis (Kobalt-Lungenerkrankung oder Hartmetall-Lungenerkrankung) f\u00fchren. Kobalt kann entweder \u00fcber die Lunge oder den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangen. Zu den Langzeitfolgen einer anhaltenden, kontinuierlichen Exposition gegen\u00fcber Kobalt k\u00f6nnen Haut- und Lungensensibilisierung, eingeschr\u00e4nkte Lungenfunktion, berufsbedingtes Asthma, Lungenfibrose, Herzinsuffizienz und Lungenkrebs geh\u00f6ren.    <\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Der wirksamste Weg, eine Exposition zu verhindern, ist die Substitution durch sicherere, kobaltfreie Alternativen. Ist eine Substitution von Kobalt und Kobalt Verbindungen nicht m\u00f6glich und l\u00e4sst sich die Verwendung von Kobalt nicht vermeiden, m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen zur Verringerung der Exposition ergriffen werden. Der wirksamste Weg, eine Exposition gegen\u00fcber Kobalt zu vermeiden, ist die Entwicklung und der Einsatz geschlossener Systeme. Ist dies nicht m\u00f6glich, sollten technische Ma\u00dfnahmen wie eine wirksame lokale Absaugung und eine gute Bel\u00fcftung des Arbeitsplatzes umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Exposition so weit wie technisch m\u00f6glich minimiert wird. F\u00fchren Sie regelm\u00e4\u00dfige Expositionsmessungen durch, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob Ihre getroffenen Schutzma\u00dfnahmen wirksam sind oder ob weitere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Biologische \u00dcberwachung kann Expositionsmessungen erg\u00e4nzen, sofern dies in der nationalen Gesetzgebung vorgesehen ist.     <\/p>\n<p>Die besch\u00e4ftigten Personen m\u00fcssen sich der Auswirkungen einer Exposition bewusst sein und sollten dazu angehalten werden, erste Anzeichen von Atemwegsproblemen oder Hautallergien zu melden. Es wird empfohlen, einen Arbeitsmediziner hinzuzuziehen. Die Besch\u00e4ftigten sollten in den notwendigen Kontrollma\u00dfnahmen geschult werden, um sicher mit Kobalt zu arbeiten und eine Exposition zu vermeiden. Dar\u00fcber hinaus sollten alle Besch\u00e4ftigten angewiesen werden, sich vor einer Pause oder dem Betreten eines anderen Bereichs gr\u00fcndlich die H\u00e4nde zu waschen und sich am Ende jeder Schicht zu waschen und die Kleidung zu wechseln. Stellen Sie sicher, dass die Besch\u00e4ftigten \u00fcber angemessene pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung verf\u00fcgen, wie z. B. Schutzkleidung und Handschuhe, falls erforderlich. Pers\u00f6nlicher Schutz sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden, nachdem alle m\u00f6glichen technischen Ma\u00dfnahmen gepr\u00fcft wurden.    <\/p>\n<p><em>Quellen: CLP, ECHA (RAC), Cobalt Institute<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[1030],"class_list":["post-5987","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-kobalt-verbindungen"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.8 (Yoast SEO v27.8) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Kobalt Verbindungen - STOP carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Die Exposition gegen\u00fcber Kobalt wird mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Lungen- und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. 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