{"id":5998,"date":"2024-01-04T09:27:34","date_gmt":"2024-01-04T09:27:34","guid":{"rendered":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/fact\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\/"},"modified":"2026-10-22T11:33:57","modified_gmt":"2026-10-22T11:33:57","slug":"nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin","status":"publish","type":"fact","link":"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\/","title":{"rendered":"Nitrosamine"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Allein in der Gummiindustrie sind in der EU mehr als 350.000 besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer t\u00e4tig; zus\u00e4tzlich sind sch\u00e4tzungsweise etwa 260.000 besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer Metallbearbeitungsfl\u00fcssigkeiten und Korrosionsinhibitoren ausgesetzt. N-Nitrosamine werden typischerweise nicht absichtlich hergestellt, sondern entstehen meist aus sekund\u00e4ren Aminen und Nitrosierungsmitteln unter bestimmten Reaktionsbedingungen. Typische Arbeitsst\u00e4tten, an denen N-Nitrosamine auftreten k\u00f6nnen, sind die Gummi-, Leder-, Metallverarbeitungs- und chemische Industrie. Inhalation und dermale Exposition sind die Hauptwege der Exposition gegen\u00fcber Nitrosaminen. Viele N-Nitrosamine sind gem\u00e4\u00df CLP als kanzerogen der Kategorie 1A, 1B oder 2 eingestuft. Epidemiologische Daten deuten darauf hin, dass die Exposition gegen\u00fcber Nitrosaminen sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Allgemeinbev\u00f6lkerung mit einem Krebsrisiko verschiedener Art verbunden sein kann.     <\/p><\/blockquote>\n<h2>Wo Risiken auftreten<\/h2>\n<p>In der Gummiindustrie kann es bei T\u00e4tigkeiten wie dem Wiegen, Mischen, der Verarbeitung von Halbfertigprodukten, der Vulkanisierung und der Nachbehandlung zu einer Exposition gegen\u00fcber Nitrosaminen kommen. Auch Gummiprodukte k\u00f6nnen potenzielle Quellen f\u00fcr Nitrosamine darstellen. In der metallverarbeitenden Industrie wurde \u00fcber eine Exposition berichtet, wenn Metallbearbeitungsfl\u00fcssigkeiten hohe Nitrat-\/Nitritkonzentrationen aufweisen. Typische T\u00e4tigkeiten sind die Wartung und Instandhaltung von Maschinen, die manuelle Handhabung von Werkzeugmaschinen in unmittelbarer N\u00e4he des Bedieners sowie die Wahrscheinlichkeit des Verspr\u00fchens, Verspritzens oder Verdampfens der Metallbearbeitungsfl\u00fcssigkeiten und -gemische w\u00e4hrend des Betriebs. Es ist jedoch nicht bekannt, ob diese Bedingungen in Europa noch zutreffen. Die Herstellung und Verwendung von Aminen in der chemischen Industrie sowie Abf\u00fcll- und Umf\u00fcllvorg\u00e4nge mit Aminen und deren Einsatz in weiteren chemischen Prozessen, z. B. Beschichtungen im Koagulationsverfahren oder die Herstellung von Polyacrylnitrilfasern, sind Arbeitsbereiche, in denen Nitrosamine auftreten k\u00f6nnen. In der Vergangenheit waren weitere betroffene Arbeitsst\u00e4tten auch in der Lederindustrie, in der Elektronikindustrie und in Gie\u00dfereien zu finden.      <\/p>\n<h2>Mehr \u00fcber den Stoff<\/h2>\n<p>Nitrosamine werden weder hergestellt noch verwendet. Nitrosamine entstehen in der Regel aus sekund\u00e4ren Aminen, wenn diese mit anderen stickstoffhaltigen Verbindungen und Nitrosierungsmitteln in Kontakt kommen. Zu den Nitrosierungsmitteln z\u00e4hlen Salpeters\u00e4ure und ihre Salze, Nitrite, Stickoxide aus Motorabgasen sowie organische Nitro- und Nitrosoverbindungen. Sekund\u00e4re Amine k\u00f6nnen in chemischen Additiven oder als Inhaltsstoffe in gebrauchsfertigen Produkten enthalten sein. Bekannte sekund\u00e4re Amine, die Nitrosamine bilden k\u00f6nnen, sind z. B. Diethylamin, Diethanolamin, Diethylpropylamin, Morpholin und Pyrrolidin. Sekund\u00e4re Amine k\u00f6nnen auch aus anderen stickstoffhaltigen Verbindungen in relevanten Mengen entstehen, z. B. durch Hydrolyse, thermische oder biogene Zersetzung. Typische sekund\u00e4re Amine finden sich auch unter Korrosionsinhibitoren, Vulkanisationsbeschleunigern, L\u00f6sungsmitteln und wassermischbaren oder wassergemischten K\u00fchlschmierstoffen wie Metallbearbeitungsfl\u00fcssigkeiten.          <\/p>\n<h2>Gefahren, die auftreten k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Die Exposition gegen\u00fcber Nitrosaminen wird mit einer Vielzahl von Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter beispielsweise Krebserkrankungen der Blase, des Magens, der Speiser\u00f6hre, der Prostata und der Bauchspeicheldr\u00fcse sowie Leuk\u00e4mie und das multiple Myelom.<\/p>\n<p><strong>Die Latenzzeit zwischen der Exposition und der Entstehung von Krebs wird auf 15 Jahre gesch\u00e4tzt.<\/strong><\/p>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>In erster Linie sind Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung und Pr\u00e4vention der Risiken zu ergreifen. Ersetzen Sie sekund\u00e4re Amine durch geeignete Ersatzstoffe f\u00fcr Ihre spezifische Anwendung, z. B. prim\u00e4re oder terti\u00e4re Amine und Alkanolamine. Es sind einige sekund\u00e4re Amine bekannt, die keine kanzerogenen N-Nitrosamine bilden, z. B. Dicyclohexylamin. F\u00fcr Anwendungen von sekund\u00e4ren Aminen, z. B. in der Gummiindustrie, stehen verschiedene alternative chemische Systeme zur Verf\u00fcgung. Um das Risiko der N-Nitrosaminbildung zu verringern, halten Sie Nitrosierungsmittel oder Vorl\u00e4ufer wie Nitrit fern und die Konzentration sekund\u00e4rer Amine niedrig. Wenden Sie bei Bedarf Inhibitoren f\u00fcr die N-Nitrosaminbildung an, wie Ascorbins\u00e4ure, Sulfamate, p-Aminobenzoes\u00e4ure, Alpha-Tocopherol, prim\u00e4re Amine und prim\u00e4re Alkanolamine. \u00dcberpr\u00fcfen oder \u00fcberwachen Sie die maximale Konzentration von sekund\u00e4ren Aminen, Nitrosierungsmitteln oder den pH-Wert in Produkten. Beachten Sie gegebenenfalls nationale Verwendungsbeschr\u00e4nkungen. Ist eine Substitution nicht m\u00f6glich, f\u00fchren Sie regelm\u00e4\u00dfige Expositionsbewertungen durch, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob Ihre bestehenden Schutzma\u00dfnahmen wirksam sind oder ob weitere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen. Technische Schutzma\u00dfnahmen wie geschlossene Systeme oder die Absaugung prozessbedingter N-Nitrosamine sind die Alternative, wenn eine Substitution nicht anwendbar ist.          Machen Sie die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer kontinuierlich auf die Auswirkungen einer Exposition aufmerksam. Schulen Sie die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer dar\u00fcber hinaus in Bezug auf Gefahren, sichere Arbeitspraktiken und wirksame Hygienema\u00dfnahmen. Stellen Sie sicher, dass die besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer \u00fcber angemessene pers\u00f6nlichen schutz verf\u00fcgen, wie z. B. Schutzkleidung und Handschuhe, falls erforderlich. Pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden, nachdem m\u00f6gliche technische L\u00f6sungen vorgestellt wurden.   <\/p>\n<p><em>Quellen: AGS, ECHA, FIOH, DGUV, HSE, BAuA, Statista<\/em><\/p>\n","protected":false},"template":"","carcinogens":[1047],"class_list":["post-5998","fact","type-fact","status-publish","hentry","carcinogens-nitrosamine"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v28.8 (Yoast SEO v28.8) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Nitrosamine - STOP Carcinogens at work<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Es besteht der Verdacht, dass der Stoff kanzerogen ist, indem er das Erbgut sch\u00e4digt, Magenkrebs verursacht oder zu allergischer Kontaktdermatitis f\u00fchrt.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Nitrosamine\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Es besteht der Verdacht, dass der Stoff kanzerogen ist, indem er das Erbgut sch\u00e4digt, Magenkrebs verursacht oder zu allergischer Kontaktdermatitis f\u00fchrt.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/stopcarcinogensatwork.eu\/de\/fact\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"STOP Carcinogens at work\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-10-22T11:33:57+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"3\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/stopcarcinogensatwork.eu\\\/de\\\/fact\\\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/stopcarcinogensatwork.eu\\\/de\\\/fact\\\/nitrosamine-hier-n-nitrosodiethanolamin\\\/\",\"name\":\"Nitrosamine - 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