STAMI, das norwegische nationale Institut für Arbeitsmedizin, hat die wichtigsten nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen zu einem großen Treffen über berufsbedingten Krebs versammelt. Direktorin Therese Hanvold bezeichnet die Treffen als erfolgreich und wichtig: „Wir haben noch nie so viele zentrale Akteure auf diesem Gebiet versammelt, um gemeinsam über Möglichkeiten und Herausforderungen zu diskutieren. Das öffnet Türen für neue Kooperationen“, sagt sie.
Hanvold betont die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit weiter zu spezifizieren - sowohl um die Forschungsfinanzierung zu sichern, die Wissensentwicklung zu verbessern als auch um strategische Partnerschaften zwischen dem Gesundheitssektor und dem Arbeitsmarkt aufzubauen. Sie betont auch die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit internationalen Einrichtungen wie der IARC (International Agency for Research on Cancer).
Gemeinsame Anstrengungen sind entscheidend
IARC-Direktorin Elisabete Weiderpass dankte dem STAMI für die Initiative des Treffens und betonte die Bedeutung gemeinsamer Arenen für die Forschung zu berufsbedingtem Krebs. Sie lud STAMI zu einer weiteren Zusammenarbeit ein - unter anderem durch einen Workshop oder eine eigene Sitzung während des 60-jährigen Jubiläums der IARC in Lyon im Jahr 2026.
Giske Ursin vom Krebsregister und FHI betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Institutionen: „Die Forschung über berufsbedingten Krebs ist eine Herausforderung, und wir müssen mehr zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein. Eine verstärkte Registrierung der Berufe im Krebsregister wird ein wichtiger Schritt sein, um die Wissensbasis zu stärken“, sagte sie.
Wichtige Investition in Wissen und Daten
STAMI-Direktorin Therese Hanvold bezeichnete die Konferenz als Ausgangspunkt für die weitere Arbeit des STAMI im Bereich berufsbedingter Krebs:
„Die Treffen haben Türen zu neuen Kooperationen geöffnet und den Bedarf an besseren Daten und Kenntnissen verdeutlicht. Um die Forschung weiter voranzutreiben, sind wir auf gute Register für Arbeitszeiten und chemische Expositionen angewiesen.“
Aus der Sicht von STAMI ist es von entscheidender Bedeutung, dass bei der Krebsregistrierung in Norwegen Informationen über den Beruf erfasst werden. Um die Forschung über berufsbedingten Krebs zu stärken, werden jedoch auch bessere Daten über die Expositionsbedingungen benötigt.
Hanvold weist darauf hin, dass sich STAMI auf den Aufbau von nationalen Registern konzentriert, die unter anderem die Arbeitszeiten und die chemische Belastung auf dem Arbeitsmarkt erfassen:
„Diese Register werden eine einzigartige Grundlage für die Verknüpfung von Daten und die Entwicklung von Wissen über Ursachen und Präventionsmaßnahmen bilden, damit wir die Belastung durch berufsbedingten Krebs in Norwegen verringern können. Gleichzeitig reicht Forschung allein nicht aus - wir müssen das Wissen so vermitteln, dass es für diejenigen, die es nutzen sollen, verständlich und nützlich ist.“
Die Konferenz war auch eine Fortsetzung der Arbeit des STAMI im Rahmen der Roadmap on Carcinogens. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit hat STAMI dazu beigetragen, die europäische Website zu übersetzen und zu überprüfen stopcarcinogensatwork.eubeigetragen, die zugängliche Informationen über kanzerogene Stoffe, Risikoberufe und Präventionsmaßnahmen bietet - jetzt auch auf Norwegisch.
Verstärkung der internationalen Forschungszusammenarbeit
Der leitende Forschungsprofessor Shan Narui von der STAMI-Gruppe für Arbeitstoxikologie sagt, der nächste Schritt sei die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit durch ein neues Forschungskonsortium:
„Im Anschluss an die erfolgreichen Treffen zum Thema berufsbedingter Krebs, die am 25. und 26. September 2025 im STAMI stattfanden, sind wir nun dabei, ein internationales Forschungskonsortium zum Thema berufsbedingter Krebs zu gründen. Das Konsortium wird auf den Empfehlungen der September-Treffen aufbauen und diese wichtige Arbeit in den kommenden Jahren fortsetzen.
Zu den Kernpartnern dieses Konsortiums gehören STAMI (Norwegen), INAIL (Italien), NRWCE (Dänemark), INRS (Frankreich) und die BAuA aus Deutschland sowie internationale Forscher, die sich für berufsbedingten Krebs interessieren. STAMI hat auch die Initiative ergriffen und ein PEROSH-Netzwerk für berufsbedingten Krebs vorgeschlagen.

Giske Ursin, Direktorin des norwegischen Krebsregisters, Abteilungsleiterin am norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit, spricht während der STAMI-Konferenz über berufsbedingten Krebs in Oslo, September 2025.