Auf der Website „STOP Carcinogens at work“ wurden soeben elf neue Informationsblätter veröffentlicht, womit sich die Gesamtzahl der verfügbaren Informationsblätter auf 45 erhöht hat. Zusammen fassen sie die wichtigsten Informationen über kanzerogene Stoffe zusammen und stellen diese in einer klaren, leicht verständlichen Sprache für alle dar, die mit diesen Stoffen oder in deren Umfeld arbeiten.
Mit dieser jüngsten Ergänzung enthält die Website nun grundlegende Informationen zu 45 kanzerogenen Prozessen bzw. Karzinogenen, die für Arbeitsstätten in ganz Europa von großer Bedeutung sind. Jedes Informationsblatt sowie die Website selbst sind in 15 Sprachen verfügbar, wodurch die Informationen für Beschäftigte, Arbeitgeber, Arbeitsschutzbeauftragte und Fachkräfte für Arbeitsmedizin auf dem gesamten Kontinent zugänglich sind.
Was enthält ein Informationsblatt?
Jedes Informationsblatt orientiert sich an den praktischen Fragen, die beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitgeber tatsächlich haben, wenn sie am Arbeitsplatz mit einem Gefahrstoff konfrontiert werden. Konkret enthält jedes Informationsblatt:
- Wo die Risiken auftreten – die Branchen, Tätigkeiten und Arbeitsabläufe, in denen eine Exposition am wahrscheinlichsten ist
- Informationen über den Stoff – was er ist, woher er stammt und wie er verwendet wird
- Mögliche Gefahren – gesundheitliche Auswirkungen im Zusammenhang mit der Exposition, einschließlich des Krebsrisikos
- Was Sie tun können – praktische Präventionsmaßnahmen und Schutzmaßnahmen
- Grenzwerte – die geltenden Grenzwerte für die Exposition am Arbeitsplatz, sofern verfügbar
Diese Struktur soll sowohl den Mitarbeitern in der Produktion als auch den für die Arbeitsschutzpolitik Verantwortlichen einen schnellen, aber umfassenden Überblick verschaffen: genug, um die Gefahr zu verstehen und sofort zu erkennen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um die Exposition zu verringern oder zu beseitigen.
Die 11 neuen Informationsblätter
Die neu veröffentlichten Informationsblätter befassen sich mit folgenden Stoffen:
- 12-Dichlorpropan
- 123-Trichlorpropan
- Chloropren
- Dichlormethan
- Ethylendibromid
- Glycidylmethacrylat
- Lederstaub
- o-Toluidin
- Pyrocatechol
- Siliziumkarbidfasern
- Flüchtige organische Verbindungen (VOC)
Diese Stoffe werden in einer Vielzahl von Branchen verwendet oder freigesetzt, von der chemischen Industrie und den Metallarbeitern bis hin zur Lederverarbeitung, Lackierung und Reinigungsarbeiten. Einige davon kommen trotz ihrer Einstufung als kanzerogen, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend nach wie vor in alltäglichen industriellen Prozessen vor, weshalb zuverlässige und leicht zugängliche Informationen über diese Stoffe umso wichtiger sind.
Warum dies von Bedeutung ist
Berufsbedingte Krebserkrankungen sind nach wie vor die häufigste Ursache für arbeitsbedingte Todesfälle in der Europäischen Union. Viele Beschäftigte sind kanzerogenen Stoffen ausgesetzt, ohne sich der damit verbundenen Risiken voll bewusst zu sein oder zu wissen, welche Schutzmaßnahmen ihnen zur Verfügung stehen. Durch die Umsetzung technischer und wissenschaftlicher Daten in praktische, leicht verständliche Leitlinien sollen die Informationsblätter diese Wissenslücke schließen und zu sichereren Arbeitsplätzen in allen Mitgliedstaaten beitragen.
