Die Fakten zu Abrasion (Verfahren)

Die Fakten zu Abrasion (Verfahren)

Entstehung von prozessbedingten kanzerogenen Substanzen bei Abrasion

Die meisten Gefahrstoffe sind gekennzeichnet und identifiziert, doch es gibt auch kanzerogene Stoffe, die als Nebenprodukte während eines Arbeitsprozesses entstehen, die sogenannten prozessbedingten kanzerogenen Stoffe (PGCs). Da PGCs in der Regel nicht gekennzeichnet sind und in Sicherheitsdatenblättern nicht erwähnt werden, erfordern diese PGCs in der Arbeitsschutzpraxis besondere Aufmerksamkeit, da Millionen von beschäftigten Personen in Europa täglich PGCs ausgesetzt sind.

Einer der Prozesse, bei denen PGCs freigesetzt werden, ist die Abrasion. Unter Abrasion versteht man die Abtragung von Material durch die seitliche Bewegung von Oberflächen. Beim Abrieb kommt es zu einer tatsächlichen Beschädigung des Materials, was in vielen Fällen zur Freisetzung von Schleifstaub führt. Am Arbeitsplatz entsteht Schleifstaub beispielsweise beim Sägen von Hartholz oder Metall oder beim Bohren in Beton. Der Schleifstaub kann kanzerogene Stoffe enthalten und wird leicht eingeatmet, wenn keine Maßnahmen zur Beseitigung und Eindämmung ergriffen werden.

Welche Aktivitäten führen zu Abrasion?

Abrasion kann durch eine Reihe verschiedener Verfahren verursacht werden, wie beispielsweise Schneiden, Bohren, Schleifen, Strahlen, Hobeln, Fräsen, Sägen und Zerkleinern von Material. Im Abrasivstaub, der bei diesen Tätigkeiten freigesetzt wird, können kanzerogene Stoffe enthalten sein, die eingeatmet werden und gesundheitliche Auswirkungen haben können. Auch das Kehren von Staub nach Tätigkeiten der Abrasion kann zu einer Exposition führen.

Wo Risiken auftreten

Zu den betroffenen Beschäftigten zählen: Mitarbeiter im Strahlverfahren, Mitarbeiter in der Ziegel-, Beton- oder Fliesenherstellung, Maurer, Mitarbeiter in der Keramik- und Töpferindustrie, Betonbauer, Mitarbeiter in der Zerkleinerungs- und Mahltechnik, Schleifmaschinenbediener, Bediener der Presse in der Holzindustrie, Drehmaschinenbediener, Bauarbeiter und Schreiner. Branchen, in denen es häufig zu einer Exposition kommt, sind das Bauwesen, die Möbelindustrie sowie die Forst- und Tischlerbranche.

Wie viele beschäftigte Arbeitnehmer sind davon betroffen?

Die bekanntesten kanzerogenen Stoffe, die bei Abrasion freigesetzt werden, sind einatembarer Siliziumdioxid-Staub (Quarzstaub) und Hartholz-Staub, wobei die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer in der EU auf 5 Millionen bzw. 3 Millionen geschätzt wird.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Wenn beschäftigte Arbeitnehmer Hartholz-Staub einatmen, lagert sich dieser in der Nase, im Rachen und in den unteren Atemwegen ab. Die Exposition gegenüber Hartholz-Staub kann Atemwegserkrankungen, Augenreizungen, Hauterkrankungen und bei längerer Exposition Krebs verursachen.
Wenn Beschäftigte kristallines Siliziumdioxid einatmen, reagiert das Lungengewebe mit der Bildung fibrotischer Knötchen und Narbenbildung um die Siliziumdioxidpartikel herum. Es ist unklar, wie Siliziumdioxid-Staub genau Lungenkrebs verursacht.

Ausführliche Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter kanzerogener Metalle und Stoffe finden Sie in den Informationsblättern zu den einzelnen Stoffen auf der Website: Quarzstaub, Chrom(VI), Hartholz-Staub.

Was ist zu tun?

  • Abrasion-Staub gilt in der Regel nicht als gesundheitsgefährdend; daher sollte besonderes Augenmerk auf die Sensibilisierung für diese Stoffe und auf Maßnahmen zur Verringerung der Exposition gelegt werden.
  • Wie bei jedem anderen chemischen Stoff lässt sich die Exposition durch den Einsatz von Staubschutzvorrichtungen wie Staubabsaugungen, Exzenterschleifern, Hämmern mit integrierter Absaugung oder Befeuchtungssystemen drastisch verringern, um die Emission von Abrasion-Staub zu minimieren.
  • Die Beseitigung des Schleifstaubs so nah wie möglich an der Quelle (durch Befeuchtung oder lokale Absaugung) ist unerlässlich, um die Exposition der beschäftigten Personen zu verringern und zudem die Kontamination des Arbeitsraums zu minimieren, damit eine erneute Aufwirbelung des Schleifstaubs vermieden wird.
  • Unter http://www.dustfreeworking.tno.nl finden Sie eine Vielzahl von Staubabsauggeräten.

Mögliche Maßnahmen

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Allgemeine Fakten

Fakten über krebserregende Stoffe:

  • Die direkten Kosten der Exposition gegenüber kanzerogenen Stoffen am Arbeitsplatz werden europaweit auf 2,4 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
  • Jedes Jahr erkranken etwa 120.000 Menschen an Krebs, weil sie bei der Arbeit kanzerogenen Stoffen ausgesetzt sind.
  • Jährlich sterben mehr als 100.000 Menschen an berufsbedingtem Krebs.

Inhaltsverzeichnis

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